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Zertifikate, Datenblätter und DoP einordnen

Für eine belastbare technische Prüfung sollten Dokumenttyp, Produktname oder -code und gegebenenfalls die DoP-Nummer zusammen geprüft werden.

CMK KabloAktualisiert Lesezeit 5 Min.
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Zertifikate, Datenblätter und DoP einordnen
Zertifikate, Datenblätter und DoP einordnen

Dokumentarten vor der Anfrage trennen

In einer Beschaffung für Kabel liefern Zertifikat, Datenblatt, Leistungserklärung (DoP) und Unternehmensunterlage nicht denselben Nachweis. Ein Datenblatt beschreibt den Aufbau und die angegebenen technischen Eigenschaften eines konkreten Produktcodes. Ein Zertifikat kann eine bestimmte Prüfung, Bewertung, Norm oder einen Zertifizierungsumfang bestätigen, der von einer unabhängigen oder zuständigen Stelle ausgestellt wurde. Der Dateiname allein sagt nichts über den tatsächlichen Geltungsbereich aus.

Eine DoP ist eine formale Erklärung deklarierter Leistungen für einen definierten Umfang; sie ersetzt weder jedes Datenblatt noch jeden Prüfbericht. Ein ISO-Zertifikat, Handelsregisterauszug oder Qualitätsmanagementnachweis beschreibt das Unternehmen und belegt nicht automatisch jede Anforderung eines bestimmten Kabels. In der Anfrage sollten Dokumentart, Produktcode, Norm und Projektumfang getrennt genannt werden. Diese Trennung verhindert, dass eine plausibel aussehende, aber ungeeignete Datei freigegeben wird.

Produktcode und Geltungsbereich abgleichen

Die erste Prüfung ist ein Zeichenvergleich zwischen dem angebotenen Code und dem Code auf dem Dokument. Prüfen Sie Buchstaben, Zahlen, Leiterquerschnitt, Aderzahl, Spannungsbezeichnung, Manteltyp und mögliche Suffixe getrennt. Zwei Kabel derselben Familie können sich bei Isolationssystem, Schirmung, Flexibilitätsklasse oder Einsatzgrenzen unterscheiden. Der Familienname unterstützt die Suche, ersetzt aber nicht den exakten Produktcode.

Wenn ein Dokument eine Codegruppe abdeckt, muss diese Gruppe im Dokument oder in einem kontrollierten Anhang eindeutig genannt sein. Eine ähnliche Beschreibung oder ein Produktbild ist kein Nachweis für die Einbeziehung eines Codes. Das Projektteam kann den bestellten Code in technischer Tabelle, Datenblatt, Zertifikat und DoP markieren. Bezieht sich das Dokument auf einen anderen Code, ist vor der Freigabe eine schriftliche Umfangsbestätigung oder das richtige Dokument anzufordern.

Normenreferenz im Dokument lesen

Dass eine Norm auf einer Produktseite genannt wird, bedeutet nicht, dass das Dokument nach dieser Norm ausgestellt wurde. Lesen Sie Titel, Geltungsbereich, Ausgabedatum, Revision und Normenverweise gemeinsam. IEC-, EN-, BS-, VDE- und nationale Referenzen dürfen erst nach dem Abgleich mit den Annahmekriterien des Projekts als passend bewertet werden. Verwenden Sie in der Anfrage die Formulierung aus Ausschreibung oder technischer Spezifikation.

Auch HFFR, LSZH, halogen-free, flame-retardant und fire-resistant sind keine austauschbaren Bezeichnungen. HFFR und LSZH werden in vielen Märkten für halogenfreie, raucharme Compounds verwendet; maßgeblich sind jedoch der tatsächliche Kabelaufbau und die abgedeckten Prüfungen. Flame-retardant kann das Flammenausbreitungsverhalten beschreiben, während fire-resistant die Aufrechterhaltung der Stromkreisfunktion über eine definierte Zeit bedeuten kann. Prüfen Sie deshalb immer Dokument und Spezifikation.

Revision, Datum und Gültigkeit kontrollieren

Unter demselben Titel können mehrere Dokumentrevisionen existieren. Erfassen Sie Ausstellungs- oder Revisionsdatum, Dokumentnummer, Gültigkeitszeitraum und den Hinweis auf eine ersetzte Version. Wurde der Name einer PDF-Datei geändert, bleiben die kontrollierten Angaben im Dokument entscheidend. Eine unleserliche Kopie oder eine Datei ohne Identifikationsseite sollte erst nach Bestätigung von Nummer und Umfang als endgültiger Nachweis akzeptiert werden.

Die Auswahl der Datei, die am neuesten aussieht, reicht nicht aus. Bestätigen Sie, dass die aktuelle Version denselben Produktcode, Umfang und die geforderte Norm abdeckt. Abgelaufene, zurückgezogene oder ersetzte Unterlagen dürfen nicht als aktueller Produktnachweis vorgelegt werden. Das Register sollte außerdem Eingangstag und Prüfer speichern, damit die in Angebot oder Projektdossier verwendete Version nachvollziehbar bleibt.

Unternehmensunterlagen von Produktnachweisen trennen

Qualitätsmanagementzertifikate, Handels- und Steuerdaten, Herstellererklärungen sowie Akkreditierungsangaben helfen bei der Bewertung des Lieferanten als Unternehmen. Sie belegen allein weder den Aufbau eines bestimmten Kabels noch die Erfüllung jeder Projektanforderung. Diese Unterlagen gehören in die Lieferantenqualifikation, während Produktdatenblätter, Zertifikate und DoPs mit dem bestellten Code und seinem angegebenen Umfang verknüpft bleiben.

Eine klare Ablage führt Unternehmensunterlagen in einem separaten Bereich und Produktnachweise unter dem jeweiligen Code oder der Produktfamilie. So kann der Auditor das Qualitätssystem, der Ingenieur den technischen Umfang und der Einkauf die kaufmännischen Angaben prüfen, ohne die Zwecke zu vermischen. Ein ISO-Zertifikat begründet nicht automatisch eine bestimmte Brandklasse, Umwelteigenschaft oder Leistungsstufe des Kabels.

Trommeletikett und DoP-Nummer beim Wareneingang abgleichen

Die Dokumentenprüfung endet nicht mit dem Angebot — sie setzt sich beim Wareneingang am Trommeletikett fort. Produktcode, Querschnitt, Normenreferenz und Chargennummer auf dem Etikett müssen dasselbe Erzeugnis bezeichnen wie die Leistungserklärung (DoP) und das Zertifikat in der Akte. Bei Kabeln unter der Bauproduktenverordnung (CPR) muss die Brandverhaltensklasse auf dem Etikett — etwa Eca oder Cca — exakt mit der Klasse in der Leistungserklärung übereinstimmen; jede Abweichung erfordert eine erneute Prüfung der Lieferunterlagen. Übernehmen Sie die Chargennummer in die Wareneingangsunterlagen, um die Rückverfolgbarkeit zwischen Trommel und zugehöriger Erklärung für spätere Konformitätsfragen zu erhalten. Bei Abweichungen zwischen Etikett und Dokument die Trommel erst nach schriftlicher Klärung durch den Lieferanten einsetzen.

Nachweispaket vor der Lieferung schließen

Verwenden Sie eine Nachweismatrix und verlassen Sie sich nicht nur auf Dateinamen. Die Zeilen können Produktcode, Querschnitt und Aufbau enthalten; die Spalten decken Datenblatt, Zertifikat, DoP, Normenreferenz, Revision und Status ab. Jeder erledigte Eintrag sollte auf eine Dokumentnummer oder einen kontrollierten Pfad verweisen. Ist der Umfang unklar, markieren Sie den Punkt als offen, statt die Lücke durch eine Annahme zu schließen.

Eine unklare Datei zu veröffentlichen oder stillschweigend den Nachweis eines ähnlichen Produkts zu verwenden, wirkt zunächst schnell, führt aber häufig zu einer späteren Freigabeverzögerung. Fordern Sie eine schriftliche Umfangsbestätigung des Herstellers an und bewahren Sie sie beim Dokumenteintrag auf. Das Kundenpaket sollte aktuelle Dateien für den verlangten Code und Umfang enthalten; Unternehmensunterlagen sind separat zu kennzeichnen. Ein Ordner voller unerklärter PDFs ist kein kontrolliertes Konformitätspaket.

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